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Auszug:

Erwerbstätigkeit von MINT-Kräften und Zuwanderung

157 Mrd. Euro – Wertschöpfungsbeitrag von 434.500 zugewanderten erwerbstätigen MINT-Akademikern und 1.186.500 beruflich qualifizierten MINT-Kräften

MINT-Kräfte haben eine zentrale Bedeutung für die Innovationskraft in Deutschland. Vor diesem Hintergrund ist es eine gute Nachricht, dass die Erwerbstätigkeit von MINT-Akademikern von rund 2.366.000 Personen im Jahr 2011 auf rund 2.617.000 Personen im Jahr 2014 und damit um rund 84.000 pro Jahr gestiegen ist. Die positive Dynamik der Erwerbstätigkeit aus dem Zeitraum von 2005 bis 2010 konnte damit noch einmal gesteigert werden. Bei den beruflich qualifizierten MINT-Fachkräften ist hingegen aktuell ein Rückgang der Erwerbstätigkeit feststellbar. Im Jahr 2011 waren rund 9.178.000 MINT-Fachkräfte erwerbstätig. Bis zum Jahr 2013 sank diese Zahl auf rund 9.106.000, stieg im Jahr 2014 aber immerhin wieder leicht auf 9.142.900 an.

Die gute Entwicklung der MINT-Erwerbstätigkeit wurde durch die Zuwanderung begünstigt. Der Anteil der zugewanderten MINT-Kräfte an allen erwerbstätigen MINT-Kräften stieg im Zeitraum von 2011 bis 2014 an – von 14,3 Prozent auf 16,6 Prozent unter MINT-Akademikern und von 11,9 Prozent auf 13,0 Prozent unter beruflich qualifizierten MINT-Kräften. Insgesamt waren im Jahr 2014 rund 434.500 zugewanderte MINT-Akademiker und 1.186.500 zugewanderte beruflich qualifizierte MINT-Kräfte erwerbstätig. Im Ganzen trugen die zugewanderten MINT-Kräfte dadurch zu einem Wertschöpfungsbeitrag in Höhe von 157 Mrd. Euro bei.

Die Herkunftsländer der zugewanderten erwerbstätigen MINT-Kräfte haben sich in den letzten Jahren bei den Akademikern deutlich verändert. In den Zuwanderungsjahren 2005 bis 2009 stammten die meisten im Jahr 2014 erwerbstätigen MINT-Akademiker aus China (6.126), Frankreich (3.610) und der Russischen Föderation (3.462). Im Zuwanderungszeitraum 2010 bis 2014 liegen hingegen die Herkunftsländer Polen (8.361), Spanien (7.856) und Indien (7.479) an der Spitze. Unter den zugewanderten MINT-Fachkräften mit beruflichen Abschlüssen blieben die Spitzenreiter mit Polen, Rumänien und Ungarn wiederum unverändert.

Industrie: Zugewanderte MINT-Kräfte wichtig und mit besonders guten Perspektiven

Rund 37 Prozent der erwerbstätigen akademischen und 60 Prozent der beruflich qualifizierten MINT-Zuwanderer arbeiten in der Industrie. Vor allem in der MuE-Industrie haben die MINT-Akademiker sehr gute Perspektiven – 70 Prozent sind dort in Fach- und Führungspositionen tätig im Vergleich zu 65 Prozent der zugewanderten MINT-Akademiker und 51 Prozent der sonstigen zugewanderten Akademiker in der Gesamtwirtschaft. Insgesamt sind im Jahr 2014 rund 94 Prozent der zugewanderten MINT-Akademiker in der MuE-Industrie unbefristet beschäftigt (zum Vergleich 84 Prozent MINT-Akademiker und 81 Prozent sonstige Akademiker in allen Branchen). Unter den beruflich qualifizierten MINT-Kräften in der MuE-Industrie sind sogar knapp 95 Prozent unbefristet beschäftigt. Rund 84 Prozent der akademisch und 53 Prozent der beruflich qualifizierten MINT-Kräfte erzielen in der MuE-Industrie ein monatliches Nettoeinkommen von über 2.000 Euro. Für die anderen Fachrichtungen betragen die entsprechenden Anteile in der Gesamtwirtschaft für Zuwanderer 42 Prozent (akademisch) bzw. 15 Prozent (beruflich).

Kaum befristet, oft leitend, hoher Verdienst – Generell sehr gute Arbeitsbedingungen in MINT

Die Arbeitsbedingungen von MINT-Kräften sind generell sehr gut. Im Jahr 2014 waren nach Angaben des Mikrozensus nur 10,4 Prozent der MINT-Akademiker befristet beschäftigt im Vergleich zu 12,1 Prozent der sonstigen Akademiker. MINT-Akademiker sind häufiger Vollzeit beschäftigt und mit 37,3 Prozent gegenüber 33,1 Prozent auch häufiger in leitender Position tätig als Personen sonstiger Fachrichtungen. Auch bei der Entwicklung der Löhne spiegelt sich die in den vergangenen Jahren hohe Nachfrage nach MINT-Akademikern wider. So stieg der durchschnittliche Bruttomonatslohn vollzeiterwerbstätiger MINT-Akademiker von 3.600 Euro im Jahr 2000 über 4.500 Euro im Jahr 2005 auf 5.100 Euro im Jahr 2014 deutlich dynamischer an als der entsprechende Lohn von allen Akademikern in Vollzeit, der von 3.700 Euro in 2000 über 4.200 Euro in 2005 auf 4.700 Euro in 2014 zunahm. Auch bei MINT-Fachkräften zeigen der Zugang zu Führungspositionen, die geringe Befristungsquote sowie die gute Verfügbarkeit von Vollzeitstellen positive Arbeitsmarktsignale.

Gemessen an der Stundenlohnprämie verdienen MINT-Akademiker im Jahr 2014 rund 92,8 Prozent mehr als Geringqualifizierte. Die Lohnprämie liegt damit höher als bei Wirtschaftswissenschaftlern mit 88,1 Prozent. Beruflich qualifizierte Personen in MINT-Berufen weisen eine Lohnprämie von 67,2 Prozent auf, die in etwa der Lohnprämie einer Reihe an akademischen Fachrichtungen entspricht (Durchschnitt Akademiker ohne Medizin, Jura, MINT und WiWi). Aufgrund der kürzeren Ausbildungsphase und der damit verbundenen geringeren entgangenen Löhne sind die Bildungsrenditen einer beruflichen MINT-Qualifikation damit deutlicher attraktiver als viele Studiengänge.

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