Fachkräfte und Akademiker aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – kurz MINT – sind mehr denn je gefragt. Im April gab es insgesamt 430.400 offene MINT-Stellen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 13 Prozent. Die Erwerbstätigkeit von MINT-Akademikern ist in den Jahren von 2011 bis 2014 um 10,6 Prozent gestiegen. Das sind Ergebnisse aus dem MINT-Frühjahrsreport 2017 des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Die Erwerbstätigkeit von MINT-Beschäftigten und die Innovationsstärke hierzulande sind nach der IW-Analyse eng miteinander verzahnt. Besonders viele MINT-Kräfte werden in der Metall- und Elektroindustrie beschäftigt: Im Jahr 2014 kletterte in diesen Branchen der Anteil der MINT-Akademiker und der Mitarbeiter mit einer beruflichen Qualifikation in einer MINT-Fachrichtung auf bis zu 68 Prozent.

Der Metall- und Elektroindustrie kommt deutschlandweit eine besondere Rolle zu: Nach dem Frühjahrsreport zeichnete sie 2015 „für Innovationsaufwendungen in Höhe von 95 Milliarden Euro verantwortlich und bestritt damit rund 60 Prozent der volkswirtschaftlichen Innovationsaufwendungen“. Fünf Jahre zuvor lagen diese Innovationsaufwendungen bei 66.3 Milliarden Euro.

Die Löhne entwickeln sich parallel zur Nachfrage nach MINT-Kräften nach oben: Im Jahr 2015 lag deren monatliches Bruttoeinkommen im Schnitt bei 5.300 EUR und damit um 400 EUR über dem Durchschnittseinkommen eines Akademikers.

Auffallend hoch ist unter den MINT-Akademikern der Anteil der Bildungsaufsteiger: Nach IW-Angaben hatten knapp 70 Prozent der Ingenieure im Durchschnitt der Jahre 2001 bis 2015 und rund 66 Prozent der nicht akademischen MINT-Berufe „mindestens ein Elternteil ohne akademische Bildung“.

Besonders gute Jobchancen haben Zuwanderer aus dem MINT-Bereich. Ihre Erwerbstätigenquote lag 2014 um 4,6 Prozent höher als bei Akademikern anderer Fachrichtungen. Vergleichbar positiv ist die Situation für Fachkräfte aus dem MINT-Bereich: Ihre Erwerbstätigenquote liegt bei 82,2 Prozent, damit um rund 6 Prozent höher als bei Fachkräften anderer Bereiche.

Über die IW-Webseite steht das Gutachten „MINT-Frühjahrsreport 2017 – MINT-Bildung: Wachstum für die Wirtschaft, Chancen für den Einzelnen“ als PDF-Datei zum Download bereit.

Alternativ können Sie die PDF-Dateien auch direkt hier herunterladen:

(Quelle: https://www.betriebsratspraxis24.de/news/?user_aktuelles_pi1%5Baid%5D=359442&cHash=3c4219800633607b7de285ce876a1630)