Willy-Brandt-Schüler servierten ihren Gästen zum Jubiläum ein Fünf-Gänge-Menü und boten ein buntes Programm auf der Bühne.

Mülheim. Reden, zwischendurch ein Stück vom Schulorchester, wieder Reden – so sieht normalerweise ein Festakt zu einem Schuljubiläum aus. Die Willy-Brandt-Gesamtschule hat zu ihrem 30. Geburtstag einen anderen Akzent gesetzt: eine Gala mit fünfgängigem Festmenü. Natürlich war Prominenz anwesend, die Bürgermeisterin, ein Landtagsabgeordneter, ja sogar ein Minister.

Allerdings betonte Michael Groschek, dass er nur als Vater da sei, der im Oberhausener Teil von Styrum lebt und seine Kinder hier hinschickt. Die Stars an diesem Abend waren die Schüler: Auf der Bühne, im Film, als Servicekraft am Tisch – vor allem aber auch hinter den Kulissen, und dort besonders in der Küche.

Die Schüler übernahmen das Catering: Xenia Masarczyk, Talisha Dieckmann und Lara Buchalla bereiten den Nachtisch vor.

Doch da sind die Brandt-Schüler echte Profis. Schließlich steht bei ihnen das Fach „Catering“ auf dem Stundenplan. Im Rahmen der Berufsorientierung können sie es wählen. Dabei lernen sie nicht nur Kochen und Servieren, sondern etwas, was ihnen im Berufsleben helfen wird: Es geht um Persönlichkeit, sicheres und souveränes Auftreten, um Haltung.

„Ich bin Chiara, ich werde Sie heute Abend bedienen“, sagt das Mädchen zu Beginn der Gala und stellt sich den Gästen an dem Tisch vor, den sie nun als Kellnerin betreuen wird. Souverän servierte sie Gang um Gang, von der Wildlachspastete auf Wasabischaum über den winterlichen Ackersalat mit geriebenem Trüffel bis hin zum Höhepunkt, der asiatischen Entenbrust auf Kokossauce und Basmatireis.

Und das Hauptgericht wurde nicht in der Küche, sondern im Saal gekocht. An Minikochplatten haben die Junior-Köche vor aller Augen die Entenbrust zubereitet. Der Applaus war ihnen gut eine halbe Stunde später sicher, als den Gästen das Ergebnis serviert werden konnte.

Zwischendurch erwartete die Gala-Gäste ein abwechselungsreiches Programm, das von den Schülern im Rahmen einer Projektwoche erarbeitet worden ist. Selbstentwickelte Theater-Szenen, bei der die Schauspieler an die einzelnen Tische kamen und auch mit den Gästen interagierten. Und besonders eindrucksvoll, ein Poetry-Slam mit selbst verfassten Gedichten über die Schule.

Auch hierbeeindruckte die Präsenz und die Souveränität, mit der die Schüler, es waren alle Altersklassen von der Fünf bis zum Abitur vertreten, auf der Bühne auftraten. So hatten die Gala-Gäste nach drei kurzweiligen Stunden, passend zum Motto der Gala, den Eindruck: Die pädagogischen Köche, die hier am Werk sind, arbeiten nach besonderen Rezepten.

 

Quelle: waz.de