Schüler waren eine Woche lang beim Workshop „Grafikberufe in der Praxis – wir erschaffen Spielewelten“ am Ball. Branche mit besten Zukunftsaussichten

Lernen in den Ferien? Welcher Schüler tut sich das denn freiwillig an? Doch wenn’s um Computerspiele geht, sieht die Sache – natürlich – schon ganz anders aus. Zehn Schüler, hauptsächlich Acht- und Neuntklässler, hatten in dieser Woche von Montag bis Freitag, jeweils von 10 bis 17 Uhr, im Ferien-Workshop „Grafikberufe in der Praxis – wir erschaffen Spielewelten“ in der Games Factory in Eppinghofen gebüffelt. Und das mit großer Begeisterung.

Der einwöchige Kurs, der federführend vom zdi-Zentrum Mülheim (Zukunft durch Innovation) organisiert wurde, gab erste Einblicke in die Welt der Computerspiele – und vor allem in die Berufe, die damit verbunden sind. Denn die Computerspiel-Industrie ist ein riesiger globaler Markt, der mittlerweile mehr Menschen als die Filmindustrie beschäftigt. „Die Schüler haben am Ende des Workshops ein Zertifikat bekommen“, erläutert Jan-Alexander Scheideler, Projektkoordinator beim Zdi-Zentrum, „das ist dann durchaus hilfreich, wenn sie sich in der Branche bewerben“. Und da gibt es etliche Möglichkeiten im kreativen Bereich und der Programmierung. Spieleentwickler ist nur ein Berufsbild aus dem großen Reservoir an zukunftsträchtigen Jobs.

Zum Ferienkurs, für den die Bundesagentur Mittel zur Verfügung stellte, mussten die Schüler nur ihre Leidenschaft für Computerspiele und ihre eigenes Laptop mitbringen. Dozenten, wie 3-D-Grafiker Michael Filipowski, zeigten, wie auch ohne Programmierkenntnisse bereits erste Erfolge zu erzielen sind. Dabei standen Teamplay, Kommunikation und der Einblick in verschiedene Teile der Grafikerstellung im Vordergrund. Gemeinsam mit den anderen Teilnehmern wurden neue Inhalte für bereits bestehende simple 2D-Spiele erstellt.

Die Schüler gewannen tiefe Einblicke, wie die verschiedenen Bereiche (Konzepte, Hintergründe, Interfacegrafiken, Spielobjekte) ineinander greifen und zu einer Welt zusammen fließen. Da gerade die Kommunikation ein zentraler Aspekt im beruflichen Alltag ist, wurde diese besonders gefordert. Die Teilnehmer arbeiteten in kleinen Teams zusammen, um gemeinsam ein stimmiges Gesamtergebnis zu erzielen.

Michael Filipowski erläuterte, wie 2D-Spiele und vor allem ihre visuellen Welten grundsätzlich aufgebaut sind und vermittelte Kenntnisse im Erstellen von Inhalten für Spiele mit Hilfe von 2D- und 3DProgrammen. Dafür zeigte er das Modellieren, Kolorieren und Beleuchten der Objekte, und wie man Hintergründe und Interface-Grafiken erstellt und diese für die Spieleumgebung in Photoshop aufarbeitet. „Wir werden auf jeden Fall auch in den Herbstferien einen solchen Workshop anbieten“, freute sich Scheideler über die Resonanz und das Engagement der Teilnehmer.